In den massiven schweizerischen Alpen findet man viele Täler, die von der
Hand der Natur mehr oder weniger von der umgebenden Welt getrennt sind. In
diesen Tälern entwickelten sich viele örtliche Rinderrassen, von welchen die
meisten örtlichen verblieben. Das betrifft aber nicht die Rasse, die sich in
dem Tal Simme entwickelte – im Gegenteil - heute gibt es wahrscheinlich
ungefähr 50 Mio. Simmentalrinder über die ganze Welt.
Vor 25 Jahren kam Simmental nach Dänemark, und entgegensetzt zu ihrer Heimat,
wo Simmental eine Kombinationsrasse war, wurde die Rasse in Dänemark vom
Anfang an nur als eine Fleischrasse eingesetzt. Von der Hand der Natur ist
Dänemark kein Land für Fleischrinder. Milchvieh, normalerweise aber auch mit
einer guten Fleischproduktion, war immer Dänemarks nationales Kennzeichen
auf dem Rindergebiet.
Erst Anfang der 50’er Jahren wurde der Hintergrund für Fleischrinder in
Dänemark gebildet. Vom Anfang an kamen Hereford und Aberdeen-Angus. Kurz
danach wurde auch die Charolais-Rasse eingeführt, und Anfang der 70’er
Jahren auch Limousine. Zu der Zeit hatten wir auch einige Scotch Highland,
und immer noch auch einige Kurzhorn-Rinder von dem Typ, den wir in Dänemark
seit 1850 gezüchtet haben. Simmental hat sich in Dänemark ruhig entwickelt
und ist heute die viertgrößte der Fleischrinderrassen, die wir in Dänemark
haben. Die Anzahl von Fleischrassen hat sich dagegen seit der Einfuhr von
Simmental stark entwickelt, und heute haben wir ung. 18 Rassen.
Simmental hat ein offenes Herdbuch und eine große Zahl von Kreuzungstieren,
die auf dem Weg sind, reinrassig zu werden. Im Laufe der nächsten Dekade
wird Simmental mehr von den Rassen überholen, die im Moment eine größere
Zahl zählen, und wahrscheinlich um 2005 den zweiten Platz erreichen.
Durchschnittlich zählt eine Herde nur ung. 6 reinrassige Simmentalrinder pro
Herde. Unsere Herden sind somit etwas kleiner als der dänische Durchschnitt
für die Mutterkuhhaltung insgesamt von 10 Kühe pro Herde. Wenn nur
reinrassige Herden gezählt werden, ist der Durchschnitt ung. 8 Kühe, so auch
in diesem Zusammenhang ist Simmental bescheiden.
Dass Simmental dagegen populär ist, kann nicht bezweifelt werden. Was ist es
dann, das die Rasse so populär gemacht hat – besonders bei vielen früheren
Milchviehzüchtern? Ich bin der Meinung, dass es in erster Reihe auf einen
sehr klar definierten und gezielten Einsatz ganz vom Anfang an
zurückzuführen ist, wo die Pioniere das übergeordnete Ziel für Simmental
festgelegt haben: die größt mögliche tägliche Zunahme. Seitdem wurde dieses
Ziel von den verschiedenen Vorständen der Vereinigung sehr konsequent
verfolgt, was sich von den heutigen Ergebnissen abspiegelt, wo Simmental in
der Eigenleistungsprüfung deutlich die Rasse mit der größten Zunahme ist.
Zielstrebigkeit, aber auch Offenheit den Züchtern gegenüber, waren die
Mittel der Zuchtvereinigung das Ziel zu erreichen, das heute so scharf steht.
Die Zuchtveranstaltungen waren die traditionellen: Tierschauen, Körungen,
Eigenleistungsprüfungen und die konsequente Verwendung von Zuchtwerten.
Individuelle Züchter hatten eine große Bedeutung für die Verbreiterung, die
Popularität und den hohen Stand von Simmental in Dänemark. Ab und zu in
Zusammenarbeit mit der Vereinigung, ab und zu als „Einzelgänger“ haben
Persönlichkeiten unter den Mitgliedern der Zuchtvereinigung stark zu dem
guten Ergebnis beigetragen. Immer gab es aber ein gutes Zusammenwirken
zwischen den Züchtern und der Vereinigung, und eines der Ergebnisse war z.B.
das großzügiges Arrangement bei der Landesschau 2000, wo Simmental das
25-jährige Jubiläum in Dänemark gefeiert hat.
Die
Tierschauen
Tierschauen, Körungen und
Nachkommenpräsentationen sind traditionsreiche Veranstaltungen sowohl in
Dänemark als auch in der Heimat der Simmentalrasse, der Schweiz. Den
ursprünglichen Zweck der Tierschauen war es selbstverständlich, die Tiere in
einem solchen Weg zu beurteilen, dass man best möglich die
Produktionseigenschaften geschätzt bekam, die das einzelne Rind besaß.
Vor der Leistungskontrolle vor ung. 100 Jahren hatte man für Milchkühe nur
eine Möglichkeit, eine Schätzung der Milchfähigkeit der Kühe anhand den
sogenannten „Milchzeichen“ zu machen. Es gab mehrere verschiedene Theorien,
wie eine richtige Milchkuh aussehen sollte, und auf den Tierschauen hat man
dann die ausgestellten Kühe rangiert, laut dem, was zu der Zeit gang und
gäbe war.
Bei den Fleischrindern war die Bedeutung der Tierschauen wohl noch größer
als bei den Milchrindern. Es ist ja nicht so schwierig beim Anschauen eines
Tieres die Fleischproduktionseigenschaften zu beurteilen als die
Milchproduktions-eigenschaften. Wenn man sich streng an die eigentlichen
Fleischproduktionseigenschaften gehalten hätte, hätten die Tierschauen wohl
auch nicht die Bedeutung verloren, die sie vor einigen Jahren hatten.
Heute müssen wir wohl sagen, dass als Zuchtveranstaltung der Wert der
Tierschauen sehr beschränkt ist, was aber nicht der Fall ist, wenn man über
soziales Beisammensein, Konkurrenzgeist, Vermarktung der schönen Tiere und
der Rasse redet, und dazu kommt dann auch der Wettbewerb unter den Rassen,
die Tiere vorzuzeigen, die vom Publikum am meisten beliebt sind. Die
Simmentalzüchter waren immer fleißige Aussteller auf den Tierschauen –
sowohl auf den regionalen als auf den größeren und landesweiten Schauen.
Denken wir nur an die Ausstellung, die wir im Sommer in Zusammenhang mit dem
25-jährigen Jubiläum hatten: mehr als 100 Tieren waren in Herning
ausgestellt!
Ab 1987 kam ein neues Ereignis auf
vielen dänischen Tierschauen dazu, namentlich was wir die „Interbreed
Konkurrenz“ nennen. Das ist eine Konkurrenz, wo die besten Tiere jeder Rasse
gegen einander kämpfen, das beste Tier der Schau zu werden. In ihrer
ursprünglichen Form ist die Interbreed Konkurrenz geschlechtsneutral, d.h.
dass weibliche Tiere und Bullen gegen einander konkurrieren. In der
dänischen Form wählen wir normalerweise, die Geschlechte zu trennen, wodurch
Bullen mit Bullen kämpfen, und weibliche Tiere mit weiblichen Tieren. Auf
einigen Tierschauen hat man mehrere Interbreed Konkurrenzen, bis zu vier, wo
man die männlichen und weiblichen Tiere in eine ältere und eine junge Gruppe
aufteilt.
Seit Anfang der Interbreed-Konkurrenzen auf den großen Schauen haben viele
Simmentaltiere triumphiert und sich vor den übrigen Rassen platziert. Das
hat selbstverständlich dazu beigetragen, der Simmentalrasse ein bekanntes
Gesicht nach außen zu geben – und dadurch große Popularität sowohl beim
Publikum als auch bei neuen potentiellen Fleischrinderzüchtern.
Wie genannt ist die Bedeutung der Tierschauen als Zuchtveranstaltung sehr
beschränkt, aber sie sind immer noch sehr geeignet für Vermarktung der
Fleischrinderrassen. Das gilt auch für die Simmentalrasse, die sehr photogen
ist und auch beeindruckend mit den
oft großen und schweren Tieren mit dem sehr ruhigen Temperament. Simmental
muss selbstverständlich alle Möglichkeiten nutzen, die Rasse am besten zu
vermarkten, auch auf den großen dänischen Schauen.
In ihrer ursprünglichen Form bedeuten die
Körung eines Tieres, dass man es gleichzeitig als Zuchtrind anerkennt. Von
dem sanften Anfang der Rinderzucht vor 200-300 Jahren hat man sich dafür
interessiert, dass nur die besten Tiere Eltern der nächsten Generation
werden. Die Körungsarbeit selbst fing in vielen europäischen Ländern etwa zu
der gleichen Zeit an. In Dänemark kennen wir die Körung seit Anfang der
Herdbücher bei den Milchrindern in den 1880’er Jahren.
Unmittelbar vor Einfuhr der Simmental-Rasse in Dänemark hat man bei den
Milchrassen ein neues Körungssystem entwickelt, die sogenannte 10 x 10
Körung. Nach dieser Skala erteilte man den Tieren max. 10 Punkte für 10
verschiedene Exterieurmerkmale, und es war selbstverständlich so gemeint,
dass man alle 10 Noten angeben sollte. Die Praxis hat sich aber schnell dazu
entwickelt, dass man die 10 Ziffern addierte und das Fazit nannte, z.B. 83
Punkte.
Vom Anfang an haben alle dänische Fleischrinderrassen diese neue
Körungsskala verwendet. Wie viele andere Fleischrinderrassen hat Simmental
auch gewählt, die Note für den Gesamteindruck das doppelte Gewicht zu geben.
Man hat also nur 8 Merkmale gekört und dazu noch einen Gesamteindruck, der
ganz schwer in dem gesamten Ergebnis wog.
Die 10x10 Skala für Simmental war wie unten gezeigt, und man hat also
wie genannt max. 10 Punkte pro Merkmal gegeben
|
1. Kopf
und Rassengepräge
2. Hals
und Schulter
3. Brust
und Seite
4. Rücken
5. Rumpf
6. Kreuz
7. Schenkel
8. Gliedmaßen
9. Gesamt,
zählt doppelt |
Die Idee mit Körung nach der 10x10 Skala ist nicht, dass sie beschreibend
sein soll. Wenn ein Tier nach dieser Skala mit z.B. 7 Punkte für Gliedmaßen
gekört wird, weiß man nur, dass es ein Problem gibt, aber nicht was es ist.
Die 10x10 Körung ist somit eine beurteilende Körung, wo man das einzelne
Merkmal mit dem Ideal vergleicht, dass die Rasse als ihr Zuchtziel für
dieses Merkmal gewählt hat.
Genau dies war der Hintergrund, dass man eine mehr detaillierte und mehr
beschreibende Körung wünschte, eine Körung, die ein Bild des Tieres
hinterlässt, wenn man die Reihe von Punkten durchgeht.Eine solche Körung
wurde im 1994 nach dem Prinzip der linearen Aufnahme der einzelnen Merkmale.
In dem System „kört“ man 19 Merkmale auf einer Skala von 1-9, wo 1 ein
Extrem für das Merkmal bezeichnet und 9 das andere Extrem. Am 1. Mai 2000
waren 1.457 Simmentalrinder nach dem linearen Prinzip gekört.
Hier folgt eine Übersicht über die Merkmale, die beschrieben werden, und über die bisher erzielten Ergebnisse mit dem Optimum für das einzelne Merkmal verglichen und mit Angabe des Gewichtungsfaktors, womit das Merkmal in den weiteren Berechnungen aufgenommen wird. Das System enthält auch Abweichkoden, da nicht alle Merkmale in die lineare Skala einpassen. Es kann vom Vorteil sein, dass man vermerken kann, dass das Tier einen hohen Schwanzansatz hat, obwohl man es dafür nicht straft – hierfür kann man den Abweichkode verwenden.
|
Lineare Körung, Simmental. Anzahl beurteilte Tiere: 1.457 |
|||
|
|
Durchschnitt |
Optimum |
Gewichtungs-Faktor |
|
Futterstand |
|
|
|
|
Körper: |
|
|
|
|
Schulter (Breite von vorne) |
6,1 |
6 |
15 |
|
Brusttiefe |
6,4 |
5 |
15 |
|
Oberlinie |
6,3 |
7 |
15 |
|
Größe |
7,5 |
9 |
15 |
|
Gesamteindruck |
6,3 |
9 |
35 |
|
Abweichkoden für Körper |
|
0 |
5 |
|
Bemuskelung: |
|
|
|
|
Rücken, Breite |
5,0 |
9 |
13 |
|
Rumpf, Breite |
6,5 |
9 |
11 |
|
Beckenneigung |
6,0 |
5 |
8 |
|
Beckenlänge |
7,3 |
9 |
8 |
|
Kreuzbreite |
6,6 |
8 |
8 |
|
Schenkelbreite |
6,3 |
8 |
15 |
|
Innenschenkel |
5,6 |
9 |
11 |
|
Schenkeltiefe |
6,4 |
9 |
11 |
|
Schenkelfülle (von der Seite) |
6,2 |
9 |
15 |
|
Gliedmaßen |
|
|
|
|
Sprunggelenkwinkel (von Seite) |
4,9 |
4 |
20 |
|
Fesselwinkel (von Seite) |
6,3 |
7 |
20 |
|
Sprunggelenk (von hinten) |
6,1 |
9 |
20 |
|
Vorderglieder (von vorne) |
7,1 |
9 |
20 |
|
Knochenbau |
6,5 |
7 |
15 |
|
Abweichkoden für Gliedmaßen |
|
0 |
5 |
|
Exterieurnoten: |
|
|
|
|
Körper |
|
|
20 |
|
Bemuskelung |
|
|
50 |
|
Gliedmaßen |
|
|
30 |
|
Gesamteindruck |
|
|
|

Von den aufgenommenen Merkmalen zieht man die Aufnahmen in drei
Teilkategorien zusammen u.Z. für Körper- und Rassengepräge, Bemuskelung und
Gliedmaßen. Letztendlich werden diese drei Punkte zu einen Gesamteindruck
zusammengezogen, wodurch man einen Gesamtausdruck für das Exterieur des
Tieres bekommt. Die Berechnungen der drei Teilpunkte und von dem
Gesamteindruck geschehen so, dass der Rassedurchschnitt für den einzelnen
Teilpunkt ist 80, wodurch Tiere über 80 besser als dem exterieurmässigen
Durchschnitt der Rasse ist, und Tiere unter 80 geringer.
Ein Beispiel auf den Wert der linearen Körung mit der alten 10x10 Skala
verglichen finden wir oben mit dem Bullen, dem 7 Punkte für Gliedmaßen auf
der alten Skala zugeteilt wurde. Mit der neuen Skala gibt es nicht wenige
als drei Punkte für hintere Glieder und einen Punkt für vordere Glieder. Für
die hintere Glieder ist es Sprunggelenkwinkel von Seite, Fesselwinkel von
Seite und Sprunggelenk von hinten und für die vorderste Glieder die Stellung
von vorne gesehen.
Wenn wir jetzt nur die hintere Glieder betrachten, und das Tier nehmen, das
mit 7 für Gliedermaßen gekört wurde, können wir mit der neuen linearen
Registrierung sehen, dass der Bulle 6 für Sprunggelenkwinkel, 3 für
Fesselwinkel und 5 für Sprunggelenk von hinten hat. Wir haben jetzt ein ganz
klares Bild der hinteren Glieder des Bullen – ein Bisschen
hakenbeinig mit etwas sanften Fessel und etwas sprungbeinig.
Um die Körungsarbeit einfacher zu machen und die Beschwerde wegzulassen,
„das Tier für Körung zu füttern“, machen wir im linearen
Registrierungssystem verschiedene Korrekturen. Für die Kühe wird für
Kalbungsnummer, Abstand von Kalbung, Alter bei erster Kalbung und
Futterstand korrigiert. Für die Bullen wird für Alter und für Futterstand
korrigiert. Dadurch erzielen wir, dass die Exterieurpunkte direkt
vergleichbar werden unabhängig von Alter, Anzahl der Kalbungen, Abstand von
Kalbung und Futterstand. Die verwendeten Korrekturen sind auf den
Unterschieden in der Gruppe von Tiere basiert, die zuerst gekört wurden. Die
Gruppe umfasst ung. 3.000 Kühe und 800 Bullen von allen Rassen.
Die Exterieurpunkte werden auf dem
Herdbuchblatt des Tieres ausgedruckt, und die lineare Registrierung wird für
Berechnung von dem Index für Zuchtwert für Exterieur verwendet, das zusammen
mit dem Gesamtzuchtindex veröffentlicht wird.
Im Herbst 2000 wird noch entschlossen, ob der Exterieurindex in dem
Gesamtzuchtindex hineinzuziehen ist. Hier hat Simmental jedoch schon eine
vorläufige Entscheidung gemacht, das Exterieurindex vom Gesamtzuchtindex
wegzuhalten, da man auf Grundlage der heutigen Zusammensetzung unseres
Gesamtzuchtindexes sehr große korrelierte Fortschritte vom Exterieur hat.
Die Eigenleistungsprüfungen
Der Zweck der Zuchtveranstaltung, die
Eigenleitungsprüfung heißt, ist es, den Zuchtwert eines Tieres für seine
Produktionseigenschaften festzulegen, dadurch dass man direkt auf dem Tier
selbst misst. Die Bedingung, dass die Eigenleistungsprüfung einen
zuchtmäßigen Wert hat, ist es, dass die untersuchten Eigenschaften eine hohe
Erblichkeit haben. Das betrifft sowohl Zuwachs, Fleischproduktion und
Futterumsatzvermögen, und genau die drei Eigenschaften werden auf der
Eigenleistungsprüfung für Fleischrinderbullen gemessen, die bis vor zwei
Jahren auf Langagergaard und jetzt auf Aalestrup stattfindet.
Ganz vom Anfang an hat Simmental die
Eigenleistungsprüfung verwendet. Die ersten 13 Bullen wurden im Prüfjahr
1975/1976 eingesetzt. Dies spiegelt auch die ganz klare Einstellung der
Zuchtleitung und der Gründer der Vereinigung, was Simmental muss – also
wachsen. – Heute sind die Simmental-Züchter fleißige Verwender der
Prüfungsstation, und zwischen 25 und 40 Bullen werden jedes Jahr geprüft.
Bis zu Ende der 1980’er Jahren hat nur eine einstellige Anzahl Simmental
jedes Jahr die Prüfung durchgegangen.
In der Prüfungsstation wird der Zuwachs durch
Wiegen der Tiere jede vierte Woche in der Prüfperiode gemessen. Auf
Grundlage der Eingangs- und Ausgangsgewichte wird ein Zuchtwert für Zuwachs
– der T-Index – berechnet. Die Fleischproduktionseigenschaften werden
mittels Ultraschallausrüstung gemessen. Die Messung wird über der hintersten
Rippe des Tieres vorgenommen, in dem gleichen Weg als das, was man bei
Menschen, z.B. bei schwangeren Frauen,
Scanning nennt. Die Ultraschallmessung registriert das
Querschnittsareal des Hochrippenstücks auf der Stelle, wo gemessen wird. Die
Bullen werden dreimal mit einem Monat dazwischen in der Ende der
Prüfungsperiode gemessen. Die Arealgröße des Rippenstücks wird gegen den
Durchschnitt der Rasse beurteilt, und das Ergebnis als einen Zuchtwert, den
U-Index, als Ausdruck für die gesamten Fleischproduktionseigenschaften des
Bullen angegeben.
Der Hintergrund einer Ultraschallmessung
genau an der Stelle zu verwenden, wo das Rippenstück gemessen wird, ist,
dass man Ende der 1960’er und Anfang der 1970’er Jahren eine Reihe von
Versuchen durchführte, wo Bullenkälber von Milchrassen vor Schlachten
gemessen wurden. Nachher wurde der Schlachtkörper zerlegt, und das
Rippenstück genau an der Stelle gemessen, wo die Ultraschallmessung
vorgenommen wurde. Weiterhin hat man alle andere
Fleischproduktionseigenschaften registriert, wie Prozent von Pistolenfleisch
und Gewicht der Einzelmuskeln im Körper des Tieres. Die große Analyse, die
auf Hintergrund dieses großen Datenmaterials gemacht wurde, hat gezeigt,
dass die Ultraschallmessung auf lebende Tiere an genau der Stelle, wo die
Messung heute vorgenommen wird, das beste Bild von dem gesamten
Fleischinhalt in dem Schlachtkörper gibt – und dadurch auch von dem
Fleischeinhalt in dem lebenden Tieren. Der Zusammenhangsgrad ist so groß als
ung. 50%. Da das Ultraschallareal weiterhin eine hohe Erblichkeit hat, ist
es eine gute Methode, die Fleischproduktionseigenschaften und dadurch die
Schlachtqualitäts-eigenschaften auf einem lebenden Tier zu beurteilen, das
eben nicht für das Schlachten bestimmt ist.
Endlich bekommt man durch die
Eigenleistungsprüfung auch einen Eindruck von der Fähigkeit des Tieres, mit
so wenig Futter als möglich zu wachsen. Futterverbrauch pro kg Zunahme sagt
selbstverständlich eine Menge hierüber, aber wenn man das Gewicht des Tieres
in der Prüfperiode nicht berücksichtigt, können die nackten Ziffer oft
irreführend sein. Deshalb wird auch ein sogenannter Futtereffektivitätsindex
(FEF-Index) berechnet, was deutlich besser ist als die nackten Ziffer für
Futteraufnahme pro Kilo Zunahme. Der FEF-Index berücksichtigt eine Reihe von
anderen Faktoren, u.A. Gewicht des Bullen in der Periode, wo die
Futteraufnahmeregistrierung stattfindet. Die Futtereffektivität hat auch
eine hohe Erblichkeit, und deshalb ist eine Eigenleistungsprüfung für sowohl
Zunahme als auch Ultraschallareal und Futtereffektivität sehr sicher. Die
Praxis zeigt, dass die Sicherheit um 60% ist, das entspricht, dass 7-8
Bullenkälber nach dem in Frage kommenden Bulle geschlachtet und beurteilt
werden
Die durchschnittlichen Ergebnisse für die 24
ersten Prüfungsjahre sind wie folgt:
|
Eigenleistungsprüfung - Ergebnisse, Simmental, 1975-1999 |
|||||
|
Jahr |
Anzahl |
Gewicht, 7* Monate, kg |
Gewicht,
13 Monate, kg |
Tägliche Zunahme, g |
Ultraschall- Areal |
|
75-76 |
13 |
306 |
582 |
1536 |
81,8 |
|
76-77 |
13 |
305 |
581 |
1532 |
79,0 |
|
77-78 |
10 |
318 |
591 |
1519 |
82,2 |
|
78-79 |
6 |
314 |
597 |
1573 |
84,3 |
|
79-80 |
8 |
331 |
590 |
1446 |
88,9 |
|
80-81 |
8 |
310 |
594 |
1577 |
76,5 |
|
81-82 |
7 |
333 |
585 |
1405 |
85,7 |
|
82-83 |
9 |
347 |
591 |
1359 |
87,8 |
|
83-84 |
6 |
344 |
615 |
1506 |
82,3 |
|
84-85 |
4 |
324 |
573 |
1381 |
80,8 |
|
85-86 |
3 |
336 |
610 |
1520 |
79,4 |
|
86-87 |
12 |
360 |
608 |
1374 |
84,4 |
|
87-88 |
11 |
352 |
642 |
1595 |
86,0 |
|
88-89 |
20 |
348 |
632 |
1534 |
81,8 |
|
89-90 |
33 |
353 |
655 |
1659 |
82,8 |
|
90-91 |
21 |
362 |
650 |
1583 |
80,6 |
|
91-92 |
29 |
348 |
636 |
1581 |
84,8 |
|
92-93 |
35 |
356 |
644 |
1586 |
83,6 |
|
93-94 |
37 |
344 |
633 |
1590 |
84,3 |
|
94-95- |
30 |
374 |
633 |
1684 |
82,6 |
|
95-96 |
32 |
388 |
652 |
1716 |
81,1 |
|
96-97 |
29 |
397 |
667 |
1776 |
81,9 |
|
97-98 |
26 |
378 |
660 |
1832 |
82,4 |
|
98-992) |
20 |
393 |
666 |
1777 |
84,6 |
|
1) Von 1994-95 Gewicht bei 8 Monaten
2)
Prüfung in Aalestrup Avlsstation von 1998-99
|
|||||
Im Laufe der 24 Jahre wurde die Prüfung mehrmals geändert. Zum Beispiel kann
man das Ultraschallareal in den ersten Jahren nicht mit dem Areal der
letzten Jahre vergleichen, da die Ausrüstung in 1980’er Jahren ausgewechselt
wurde. Die neue Ausrüstung, die man heute verwendet, misst viel genauer als
die alte, und die Wiederholung der einzelnen Messungen ist viel höher. Man
bemerkt auch die sehr hohen Unterschiede zwischen den Ultraschallarealen bis
zum Ende der 80’er Jahren.
Vergleicht man die Ergebnisse, wird eine Reihe von Eindrücken deutlich:
· Seit
1975 ist die tägliche Zunahme um 250-300 g oder 15-20% gestiegen. Das
spiegelt klar ab, dass Zuwachs das Hauptziel der Simmental-Zuchtarbeit ist.
· Das
Startgewicht ist um ung. 50 kg gestiegen. Jedoch muss man bemerken, dass das
Gewicht beim Prüfbeginn ab das Prüfungsjahr 1994-1995 bei 8 Monaten und
nicht bei 7 Monaten wie bei Anfang der Prüfungen berechnet ist. Dies
indiziert ein allgemein höheres genetisches Zuwachsvermögen in der
Säugeperiode.
· Das
Gewicht bei Prüfende ist seit Anfang der Prüfungen um ung. 80 kg gestiegen.
Auch hier sieht man eine klare Abspiegelung des festgelegten Zuchtziels für
Simmental.
· Das
Ultraschallareal ist wegen der beiden verwendeten Ausrüstungen etwas
schwierig zu vergleichen, aber generell gab es wohl kaum Fortschritte in der
Fleischfülle durch das Ultraschallareal ausgedrückt.
Der Futterverbrauch wurde nicht in allen Jahren der Eigenleistungsprüfung
aufgenommen und wurde deshalb nicht in der Tabelle aufgenommen, auch nicht
für die Jahre, wo er berechnet wurde. Generell wird der Futterverbrauch als
Folge der größeren Zunahme ein Bisschen heruntergehen, was auch von den
Ergebnissen bestätigt wird, die eben nicht in der Tabelle aufgenommen wurden.
Simmental hat immer die Eigenleistungsprüfung richtig verwendet. Damit meine
ich, dass die besten Bullen der Rasse geprüft werden, und dass die
allerbesten geprüften Bullen in das Besamungsprogramm eingesetzt werden.
Dies wurde sehr konsequent verfolgt, besonders in der letzten Dekade, und das Ergebnis ist nicht ausgeblieben. Mit Limousine zusammen ist Simmental die beliebteste Rasse für Besamung in Dänemark, und zusammen zählen sie 2/3 von sämtlichen Fleischrinderbesamungen. Die Anzahl der Besamungen mit Simmentalsamen in den letzten 15 Jahren sieht man in der folgenden Übersicht:
|
Anzahl Erstbesamungen mit Simmental und Fleischrinder gesamt |
|||
|
Jahr |
Simmental |
Fleischrinder gesamt |
Simmental % |
|
1986 |
3.258 |
23.259 |
14,0 |
|
1990 |
12.371 |
51.529 |
24,0 |
|
1991 |
13.201 |
52.600 |
25,1 |
|
1992 |
13.352 |
49.365 |
27,0 |
|
1993 |
12.318 |
46.368 |
26,6 |
|
1994 |
9.621 |
37.683 |
25,5 |
|
1995 |
8.536 |
33.795 |
25,3 |
|
1996 |
8.057 |
31.596 |
25,5 |
|
1997 |
7.601 |
28.155 |
27,0 |
|
1998 |
7.397 |
27.007 |
27,4 |
|
1999 |
7.160 |
26.058 |
27,5 |
In 1986, das ist das erste Jahr, wo Simmental selbstständig registriert
wurde, fingen wir mit gut 3.000 Erstbesamungen an. Schon in 1990 war dies
auf mehr als 12.000 Erstbesamungen gestiegen, eine Zahl, die sich um 4
Jahren festhielt. Seitdem ist die Anzahl der Fleischrinderbesamungen
generell etwa auf die Hälfte heruntergegangen, aber für Simmental ist der
Fall nicht 50%, aber eher 40%.
Die Eigenleistungsprüfung bleibt der Haupteckstein in der Zuchtarbeit mit
den Fleischproduktionseigenschaften. Simmental hat bewiesen, dass man die
Eigenleistungsprüfungen gut nutzt, aber das bedeutet nicht, dass man es
nicht immer besser machen kann. Die Prüfungen geben namentlich so gute und
sichere Ergebnisse, dass sie stark dazu beitragen, dass unser
Zuchtwert-Schätzungssystem so gut zusammenhängt, wie es jetzt tut. Dadurch
vergrößert sich die Wichtigkeit, so viele Bullen wie möglich mit einem so
breiten Abstammungshintergrund wie möglich zu prüfen.
Obwohl wir jetzt viele Bullen in die Eigenleistungsprüfung einsetzen,
sollten wir die Prüfungen noch besser nutzen. Am liebsten sollte man 2-3
Bullen pro 100 reinrassige Herdebuchkühe prüfen, d.h. pro Jahr sollten wir
50-75 Simmentalbullen prüfen. Mit der heutigen Prüfkapazität wird dies
schwierig sein, aber es gilt immer noch, dass die Kapazität auf der
Prüfstation Aalestrup nach dem „wer zuerst kommt“ Prinzip genutzt wird.
Eine gute Leistung eines Tieres oder eines
Menschen ist auf einer von zwei zurückzuführen: entweder ein Talent für
genau die Leistung, oder hartes Training – oder eine Kombination der beiden.
Im Groben können wir das Talent als den erblichen Teil der Leistung
bezeichnen, wogegen die Trainierung oder die äußeren Umstände die Umwelt
beschreibt. Nur der Zuchtwert kann an die nächste Generation weitergegeben
werden. Nicht die beste Futterung kann vererbt werden!
Leider kann man den erblichen Teil der Leistung eines Tieres nicht getrennt
messen. Wir können nur die gesamte Leistung messen, d.h. sowohl Vererbung
als Umwelt, und wir müssen deshalb im weitmöglichsten Umfang die
Umwelteffekte, die es gibt, von der gesamten Leistung herausziehen.
Das tun wir bei Anfang der Zuchtwertberechnungen durch eine Korrektion für
systematische Umwelteffekte. Es ist relativ einfach, für den folgenden
Umständen zu korrigieren:
· Herdeeffekt
· Geschlecht
· Kalbungs-
oder Geburtsmonat
· Kalbungsnummer
· Alter
bei Kalbung
· Mehrere
Geburten (Zwillinge)
· Alter
beim Wiegen
· ET-Geburt
· Ob
das Tier besamt wurde oder natürlich bedeckt
Wir nutzen die Daten für Berechnung von den einzelnen Indexen:

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Zuchtwerte der Fleischrinderzucht |
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Kalbeinterval |
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Fruchtbarkeit |
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Lebenskraft bei Geburt (als Mutter) |
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Kalbung |
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Kalbeverlauf (als Mutter) |
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Lebenskraft bei 200 Tagen (als Mutter) |
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Geburtsgewicht (als Mutter) |
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Milch |
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Gewicht bei 200 Tagen (als Mutter) |
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Gewicht bei 365 Tagen (als Mutter) |
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Nettozunahme (als Mutter) |
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Lebenskraft bei Geburt (Tier selbst) |
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Geburtsverlauf (Tier selbst) |
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Geburt |
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Lebenskraft bei 200 Tagen (Tier selbst) |
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S-indeks = Gesamt-zuchtwert |
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Lebenskraft, Milchherden |
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Geburtsverlauf, Milchherden |
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Größe, Milchherden |
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Geburtsgewicht (Tier selbst) |
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Gewicht bei 200 Tagen (Tier selbst) |
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Wachstum- vermögen |
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Gewicht bei 365 Tagen (Tier selbst) |
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Nettozunahme (Tier selbst) |
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Nettozunahme, Milchrinder |
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T-Note (Index für tägl. Zunahme - |
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